Vogelspinnenbestimmungskurs 10.6.07 an der Uni Erlangen



Am 10.6.2007 veranstaltete die VSIG-Franken von 9- 16 Uhr einen Vogelspinnenbestimmungskurs in den Räumlichkeiten der UNI Erlangen. Treffpunkt war 8:45Uhr das Parkhaus der Biologie Staudt Str.5 in Erlangen.
16 Teilnehmer hatten sich angemeldet, waren mit einem Unkostenbeitrag von 25 € dabei,
Mitglieder und Stammtischbesucher zahlten nur 20 €.

Teilnehmen konnten alle die Lust und Interesse an Vogelspinnen haben.
Dieser Kurs war auch für Einsteiger geeignet, also Vorkenntnisse waren nicht nötig.
Benötigt wurden Häute eigener Spinnen und ein Exemplar des Buches „Vogelspinnen“ von Dr. Günter Schmidt , das den Bestimmungsschlüssel beinhaltet (4.Ausgabe von 1993).
Der Rest wurde durch die VSIG-Franken gestellt.

Und dann ging es los, alle waren mächtig gespannt.
Nach einer Vorbesprechung und Einleitung wurden 2 er Gruppen gebildet und auf die 8 Binokulare kurz Binos aufgeteilt.
Zuerst führten wir eine Vogelspinnenbestimmung anhand des Bestimmungsschlüssels durch.

Vorbereitung der Exuvie zur Bestimmung:

1. Einweichen der Exuvie mit einer Pipette (gefüllt mit Wasser)

2. Abtupfen der überschüssigen Flüssigkeit mit einem Stück Fließpapier (z.B. Toilettenpapier oder Papiertaschentuch) nach kurzer Einweichzeit ca. 5 Minuten

3. Vorsichtiges Abtrennen der rechten Chelizere mit Hilfe einer spitzen Schere

4. Abschneiden des rechten Tasters und des ersten Laufbeins, sowie vom Bein IV


Zunächst wurde die Chelizerenaußenseite nach Stridulationsborsten bzw. einer Scopula untersucht. Danach lag unser Augenmerk auf der Tastercoxa und ihren evtl. vorhanden Stridulationsborsten. Des weiteren folgte die Suche nach der Bestachelung auf dem Metatarsus von Bein IV (Anzeichen auf Abstreiforgane „Stacheln“ der Brennhaare auf dem Opisthosoma). Je nach Bestimmungsweg wurde z.B. das Vorhandensein der Scopula auf der Femurinnenseite des 4. Beinpaares in Augenschein genommen und/oder die geteilte/ungeteilte Scopula des Tarsus des 4. Beinpaares gesichtet.

Schritt für Schritt durchliefen wir mit mehr oder weniger großen Schwierigkeiten (Diskussionen) den Schmidtschen Bestimmungsschlüssel. Nicht jeder kam zu seinem gewünschten Ergebnis (falsches Abbiegen im Bestimmungsschlüssel)

Zwischendurch wurden eine kurze Pause bei belegten Brötchen und Kuchen eingelegt ( Dank an Daniela), um wieder genügend Konzentration für die kommenden Aufgaben zu haben.

Danach konnten anhand der mitgebrachten und bereitgestellten Häute (Exuvien)
Geschlechtsbestimmungen durchgeführt werden.

Abschließend kann folgendes über den Kurs geschrieben werden:


Für jeden der sich mit den Grundzügen der Taxonomie und Systematik von Vogelspinnen auseinandersetzen möchte, ist dieser Kurs wärmstens zu empfehlen.

Es bestand reges Interesse und Mitarbeit der Teilnehmer, der hervorragenden und professionellen Einrichtung des Labors der Uni Erlangen (besonderer Dank an die Leitung der Abteilung Biologie) ein herzliches Dankeschön.

Dank auch an die Organisatoren Michael Breitschwerdt und Gerhard Pichler.


Autorin: Crisanta Hoffmann, Nürnberg
Mitglied der DeArGe e.V.
Mitglied der VSIG Franken

Redaktion: Pichler/Breitschwerdt
© Vsig-Franken 2007