Creobroter(Mantiden)



Ich dachte mir, nachdem einige aus dem VSIG nun Creobroter halten, stell ich mal ein paar Infos darüber ins Netz - auch wenn es keine Vogelspinnen sind. ;) Die Vorfahren unserer Tiere hat Sören 2003 aus Thailand mitgebracht.

Größe: Weibchen bis ca. 4cm, Männchen ca. 3cm

Geschlechtsunterschiede: Männchen haben am Ansatz verdickte Fühler und 8 sichtbare Sternite, die Weibchen besitzen gleichmäßig dünne Fühler und nur 6 sichtbare Sternite Lebenserwartung: Hängt stark von Temperatur und Fütterung ab. Je höher die Temperatur, desto größer der Futterbedarf und schneller die Entwicklung – d.h. kürzer die Lebensspanne.

Allgemeines: Sollen die Tiere verpaart werden Männchen weniger füttern da sie sich schneller entwickeln. Die Weibchen wärmer halten und reichlich füttern; wenn sie nicht verpaart werden sollen jedoch wie die Männchen halten, da sie dann eine länger leben.

Behälter: Larven können anfangs gemeinschaftlich in 20x20x20-30cm oder auch Fürst Plast Dosen gehalten werden, ebenso mehrere adulte Männchen (ausreichende Fütterung vorausgesetzt !). Die Weibchen sollten möglichst bald vereinzelt werden und können als Larven gut in Dosen mit einem Gazedeckel oder –lüftungen gehalten werden, für adulte Weibchen sind 15x15x20 ausreichend. Die Höhe des Behälters sollte bei Mantiden grundsätzlich mindestens 3x die Länge des Tieres betragen, damit es sich gut hängend häuten kann. Eine Freihaltung der standorttreuen Weibchen in der Wohnung (auf Zimmerpflanzen) soll ebenfalls möglich sein.

Einrichtung: trockene, etwas belaubte Zweige oder Blütenpflanzen die es etwas trockener vertragen (z.b. Kalanchoe); evtl. Gazefläche an der Decke, Bodengrund ist nicht nötig Temperatur: am Tag 25 -32° möglich, nachts Absenkung. Eine Beheizung ist aber nicht unbedingt nötig, Zimmertemperatur genügt.

Beleuchtung: Tageslicht genügt wenn die Tiere einen Fensterplatz bekommen können; sonst am besten Halogenstrahler LF: 50-60% tagsüber, bis 70% nachts (alle 2 Tage abends etwas sprühen, bei Temperaturen über 25° täglich). Lieber etwas trockener als zu feucht !

Futter: Insekten aller Art, je nach Größe (adulte Weibchen bis zur Größe ausgewachsener Heimchen, Larven: anfangs Drosophila, Mikrogrillen und -heimchen, Motten etc.). Besonders aktiv reagieren Mantiden auf Fluginsekten, v.a. Nachtfalter. Sören füttert z.B. auch Fliegenmaden – meine Tiere schlagen sie zwar sofort, fressen sie aber nicht. Mit Grillen und Heuschrecken ist die übliche Vorsicht geboten: sie können Terrarientiere v.a. über Nacht und während der Häutung anfressen !

Zucht: Die Männchen sind nach 1-2, die Weibchen 2-3 Wochen nach der Imaginalhäutung geschlechtsreif. Letztere sollten beim ersten Paarungsversuch bereits einen gut gerundeten Hinterleib haben. Man setzt das Männchen in einem größeren Behälter voller Ausweich- und Versteckmöglichkeiten (Zweige) ein Stück hinter das (unbedingt sehr gut genährte und pappsatte !) Weibchen. In den meisten Fällen wird es sofort oder innerhalb kürzester Zeit auf das Weibchen reagieren und sich vorsichtig anschleichen um dann mit einem Satz aufzuspringen oder zu -fliegen. Sitzt das Männchen falsch herum auf wird dies noch korrigiert. Die Paarung dauert meist zwischen 5 und 8 Std., kann aber auch länger dauern. Nach einigen Tagen baut das Weibchen nach erfolgreicher Kopulation die erste von meist 5-6 länglichen Ootheken, die in etwa einwöchigem Abstand an Ästen und Zweigen abgelegt werden. Die Ootheken werden bei ca. 25° und zweitägigem Sprühen inkubiert. Nach ca. 4-6 Wochen schlüpfen rotbrauene, ameisenähnliche und sehr springfreudige Larven, die schon nach der nächsten Häutung die typische gestreifte Zeichnung zeigen. Als erstes Futter bietet man kleine Drosophila und andere Insekten entsprechender Größe, auch Blattläuse werden gern genommen. Nach 6 (Männchen) bzw. 7 (Weibchen) Häutungen sind die Tiere adult und können ab diesem Zeitpunkt noch bis zu 4 bzw. 6 Monate leben.


Autor: Sabine Obermeier