Ausflug der VSIG-Franken in die Wilhelma nach Stuttgart am 09.09.2006



Am Samstagmorgen trafen wir (16 mehr oder weniger müde Krieger) uns um 8:15 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof um mit dem Zug nach Stuttgart zu fahren. Nach knapp 3 Stunden Fahrt, trafen wir dann auch endlich ein. Es folgte eine kleine Wanderung vom Bahnhof Bad Cannstatt bis zur Wilhelma. Nachdem die Gruppenkarte gelöst war, hat Stefan uns sofort zum Insektarium geführt, wo wir schon von 2 Tierpflegern erwartet wurden.

Dort konnten wir zum ersten Mal hinter die Kulissen des Zoos schauen: Wasserspinnennachzuchten, von Schlupfwespen infizierte Schaben in „Einzelhaft“, Blattschneiderameisen und als Schmankerl: Minzschrecken. Diese Tiere sondern bei Bedrohung ein nach Minze und ganz leicht nach Ammoniak duftendes Sekret ab, was zur Namensgebung beigetragen hat. Sie sehen fast wie Plastiktiere aus. Ein Foto davon ist ja bereits im Forum.

Danach gingen wir in den Ersten Stock des Gebäudes wo sich u.a. große Radnetzspinnen frei im Raum häuslich niedergelassen hatten. In den Terrarien befanden sich z. B. eine schwarze Witwe, einige Vogelspinnen, Stabschrecken, Wandelnde Blätter und vieles mehr.

Nachher führten sie uns dann durch die Gewächshausanlage in die Futtertierzuchtstation. Im ersten Teil des Gewächshauses befanden sich die engmaschigen Zuchtkäfige für allerlei Futterinsekten, im zweiten Teil wurde es schon lustiger da die Innentemperatur dort sehr hoch war (ca. 40 Grad C) und das bei mörderischer Luftfeuchtigkeit. Dort gingen dann einige von uns (mehr oder weniger erfolgreich) auf Insektenfang. Der Zoomitarbeiter meinte, dass sei auch auf Kindergeburtstagen eine riesige Belustigung für die Kinder, die ausgebüchsten Heuschrecken etc. einzufangen. Im dritten und wieder normal temperierten Teil befand sich die Mäuse- und Rattenzucht.

Vor der Futtertierzuchtstation trafen wir uns alle und zwecks Heimfahrt wurde 16:00 Uhr als Treffpunkt vor dem Ausgang vereinbart. Anscheinend ging es total an den Leuten vorbei, dass wir uns außen vor den Gewächshäusern treffen sollten, um eine weitere Führung zu machen. Als Stefan, Herbert und ich draußen ankamen, hatten sich leider die meisten schon in alle Windrichtungen verteilt…

Die beiden Zoo-Mitarbeiter haben uns zunächst hinter die Besucher-Aquarien geführt und dort alles erklärt und gezeigt. Zum Beispiel die Aufzuchtanlage, wie die Filteranlage arbeitet und so einige Anekdoten erzählt, wie sie z. B. zu manchen Tieren gekommen sind etc. Dann sind wir in den Keller des Aquariums gegangen. Dort waren die großen Filteranlagen für Seewasser und Salzwasser aufgebaut, ein riesiges Becken mit Vorratswasser für den Notfall, eine Entsalzungsanlage etc. Auch haben wir erfahren, dass die Wilhelma über eine eigene Mineralwasserquelle verfügt, was natürlich eine große Kostenersparnis für die Wilhelma darstellt. Diese speist u. a. die Pinguin-, Seehund- und Nilpferdbecken, wo das Wasser täglich gewechselt wird. Weiter hinten im Keller hat uns der Zoomitarbeiter einen großen blauen Hummer gezeigt, der dort in einer der rieseigen Filteranlagen ein Zuhause gefunden hat. (Foto(s) siehe Forum) Es ist unglaublich, wie viele Becken mit Fischen, Krebsen, Muscheln, Schnecken, Muränen etc. es noch hinter den für die Besucher zugänglichen Aquarien gibt und wie viel Technik hinter dem ganzen steckt.

Später sind wir in die Terrarienanlage gegangen bzw. vielmehr dahinter. Wir haben Baby-Jemen-Chamäleons gesehen, seltene (beschlagnahmte) Pfeilgiftfrösche, Schildkrötenbabys, frisch geschlüpfte Riesenboas und auch verschiedene Giftschlangen

Uns wurde erzählt, dass das Serum gegen die Giftschlangenbisse im Nebenraum des Terrariums aufbewahrt wird. Es kann schon mal vorkommen dass ein Hubschrauber im Zoo landet um Serum aus der Wilhelma zu holen weil es bei Privathaltern zu Bissunfällen mit Giftschlangen kommt. Das Serum kostet so um die 5000.- Euro und hält nur ca. 2 Jahre. Manch ein Halter kann sich zwar gerade noch die Giftschlange (auf dem Schwarzmarkt) kaufen, aber fürs Serum reicht es dann halt meistens eben nicht. Und die Wilhelma muss dann schauen, dass sie Ihren Serenbestand möglichst schnell wieder auffüllt. Zum einen weil sie im Zoo dann selbst für einige Tage kein Serum zur Verfügung haben und nur hoffen können dass es in der Zeit zu keinem Bissunfall kommt und zum anderen, weil sie verpflichtet sind für JEDE Giftschlange das entsprechende Gegengift vorrätig zu halten.

Dann haben wir die Lampropeltis rausnehmen dürfen. Sie konnte sich dann gar nicht mehr von Stefan losreißen. Der absolute Höhepunkt aber war eine riesige Boa constrictor! Diese hat der Tierpfleger erst dem Stefan und anschließend Herbert um den Nacken gelegt.

Nach unserer kleinen Privatführung sind wir dann in den für Besucher frei zugänglichen Gebieten unterwegs gewesen und haben dort natürlich auch die verschiedensten Tiere gesehen. Leider hat die Zeit nicht annähernd ausgereicht. Wir werden jedoch mit Sicherheit diesen Zoo noch einmal privat ansehen.

Punkt 16 Uhr trafen dann auch alle am ausgemachten Treffpunkt ein und wir konnten den Heimweg antreten. Auf der auch fast wieder 3 Stunden dauernden Rückfahrt konnten wir uns untereinander austauschen, Bilder ansehen, fachsimpeln oder einfach nur in der Sonne dösen. Bei Ankunft in Nürnberg traten dann 15 (Stefan fuhr direkt von Stuttgart nach Kitzingen) mehr oder weniger müde Krieger wieder ihren Heimweg an.

Es waren auf jeden Fall so viele neue Eindrücke, die auf mich eingestürmt sind, dass ich sie gar nicht alle beschreiben kann und ich habe sicherlich die eine oder andere Tierart nicht mit aufgeführt.

Autorin : Franziska Koller

Bildquelle: Stefan Jendrzej

Redaktion: Pichler/Breitschwerdt

© VSIG-Franken 2006